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L-Thyroxin AL 50ug Tabletten (100 Stück)

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Indikation

  • Das Präparat enthält L-Thyroxin, ein Schilddrüsenhormon (chemisch definiert).
  • Das Arzneimittel wird angewendet:
    • zur Ersatztherapie (Substitution) des fehlenden Hormons bei jeder Form einer Schilddrüsenunterfunktion.
    • zur Verhütung erneuter Kropfbildung nach Kropfoperation bei normaler Schilddrüsenfunktion.
    • zur Therapie des gutartigen Kropfes (benigne Struma) bei normaler Schilddrüsenfunktion.
    • zur Begleittherapie bei der Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion nach Erreichen der normalen Schilddrüsenfunktion.
    • bei bösartigem Tumor der Schilddrüse, vor allem nach Operation zur Unterdrückung erneuten Tumorwachstums und zur Ergänzung fehlenden Schilddrüsenhormons.

Kontraindikation

  • Das Arzneimittel darf nicht eingenommen werden
    • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen den Wirkstoff L-Thyroxin oder gegen einen der sonstigen Bestandteile des Präparates sind.
    • von Patienten mit jeglicher Form von unbehandelter Schilddrüsenüberfunktion.
    • bei frischem Herzinfarkt, akuter Herzmuskelentzündung oder Entzündung des Herzens als Ganzes; es sei denn, dass der Arzt es ausdrücklich gestattet hat.
    • von Patienten mit unbehandelter Nebennierenrindenschwäche oder unbehandelter Schwäche der Hirnanhangsdrüse; es sei denn, dass der Arzt es ausdrücklich gestattet hat.
    • während der Schwangerschaft, wenn dabei gleichzeitig Arzneimittel gegen Schilddrüsenüberfunktion (Thyreostatika) eingenommen werden.

Dosierung

  • Nehmen Sie das Arzneimittel immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
  • Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt das Präparat nicht anders verordnet hat. Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da das Arzneimittel sonst nicht richtig wirken kann!
  • Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis
    • Bei Schilddrüsenunterfunktion nehmen Erwachsene anfangs 1 Tablette (entspr. 50 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium) jeden zweiten Tag oder täglich ein. Diese Dosis wird nach Anweisung des Arztes in zwei- bis vierwöchigen Abständen bis zu einer Tagesdosis von 2 - 4 Tabletten (entspr. 100 - 200 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium) gesteigert.
    • Zur Verhütung einer erneuten Kropfbildung nach Kropfoperation und zur Behandlung des gutartigen Kropfes werden 1 - 4 Tabletten (entspr. 50 - 200 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium) täglich eingenommen.
    • Zur Begleittherapie bei einer Schilddrüsenüberfunktion werden 1 - 2 Tabletten (entspr. 50 - 100 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium) täglich eingenommen.
    • Nach einer Schilddrüsenoperation wegen eines bösartigen Tumors der Schilddrüse beträgt die Tagesdosis 3 - 6 Tabletten (entspr. 150 - 300 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium).
    • Kinder
      • In der Langzeitbehandlung der angeborenen und erworbenen Schilddrüsenunterfunktion liegt die tägliche Dosis im Allgemeinen bei 100 - 150 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium pro m2 Körperoberfläche.
      • Bei Neugeborenen und Kindern mit angeborener Schilddrüsenunterfunktion ist ein rascher Hormonersatz besonders wichtig, um eine normale geistige und körperliche Entwicklung zu erzielen. Für diese Form der Schilddrüsenunterfunktion wird in den ersten 3 Monaten der Behandlung eine tägliche Dosis von 10 - 15 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen. Anschließend wird der behandelnde Arzt anhand von Kontrolluntersuchungen (insbesondere Schilddrüsenhormonwerte im Blut) die erforderliche Dosis individuell anpassen.
      • Bei Kindern mit erworbener Schilddrüsenunterfunktion wird zu Beginn der Behandlung eine Dosis von 12,5 - 50 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium pro Tag empfohlen. Der behandelnde Arzt wird die Dosis schrittweise alle 2 - 4 Wochen erhöhen bis die Dosis erreicht ist, die in der Langzeitbehandlung erforderlich ist. Der Arzt orientiert sich hierbei insbesondere an den Schilddrüsenhormonwerten im Blut.
      • Das Präparat enthält 50 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium. Für die individuelle Behandlung stehen noch Tabletten mit einem Gehalt von 100 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium pro Tablette zur Verfügung. Bei Kindern ist gegebenenfalls auf Präparate mit anderen Dosisstärken auszuweichen.
    • Zur Einleitung der Behandlung und zur Dosissteigerung empfiehlt sich gegebenenfalls der Einsatz einer Tablette mit geringerem Wirkstoffgehalt.
    • Zur Dauerbehandlung empfiehlt es sich, gegebenenfalls auf eine Tablette mit höherem Wirkstoffgehalt umzustellen.
    • Die individuelle Tagesdosis sollte durch labordiagnostische und klinische Untersuchungen ermittelt werden. Bei älteren Patienten, bei Patienten mit Erkrankung der Herzkranzgefäße und bei Patienten mit schwerer oder lange bestehender Schilddrüsenunterfunktion ist eine Behandlung mit Schilddrüsenhormonen besonders vorsichtig zu beginnen. Das bedeutet, dass eine niedrigere Anfangsdosis zu wählen ist, die dann unter häufigen Schilddrüsenhormon-Kontrollen langsam und in größeren Zeitabständen gesteigert wird. Erfahrungsgemäß ist auch bei niedrigem Körpergewicht und bei einem großen Knotenkropf (Struma nodosa) eine geringere Dosis ausreichend.

 

  • Dauer der Anwendung
    • Schilddrüsenunterfunktion und nach Schilddrüsenoperation wegen eines bösartigen Tumors der Schilddrüse:
      • Meist zeitlebens.
    • Zur Verhütung erneuter Kropfbildung nach Kropfoperation:
      • Einige Monate oder Jahre bis zeitlebens.
    • Begleittherapie zur Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion:
      • Entsprechend der Dauer der Arzneimittel gegen die Schilddrüsenüberfunktion.
    • Behandlung des gutartigen Kropfes:
      • 6 Monate bis 2 Jahre.
    • Falls die Behandlung mit dem Präparat innerhalb dieser Zeit nicht den gewünschten Erfolg erbracht hat, sollten andere Therapiemöglichkeiten erwogen werden.
    • Die Einnahmedauer richtet sich nach Anweisung des Arztes.
    • Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung des Arzneimittels zu stark oder zu schwach ist.

 

  • Wenn Sie eine größere Menge eingenommen haben, als Sie sollten
    • Liegt eine Überdosierung vor, können die typischen Erscheinungen einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten:
      • Beschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen, Erkrankung der Herzkranzgefäße (Angina pectoris), Muskelschwäche und Muskelkrämpfe, Hitzegefühl mit Hautrötung, übermäßiges Schwitzen, Fieber, Fingerzittern, innere Unruhe, Erregbarkeit, Schlaflosigkeit, Gewichtsabnahme, Erbrechen, Durchfall, Menstruationsstörungen, Kopfschmerzen, erhöhter Hirndruck sowie gesteigerte Unruhe (Agitiertheit), Verwirrtheit, Reizbarkeit, gesteigerter Bewegungsdrang (Hyperaktivität), erhöhte Darmtätigkeit und Darmkrämpfe.
    • Das Auftreten dieser Erscheinungen einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann bis zu fünf Tage verzögert ablaufen.
    • Bitte suchen Sie beim Auftreten solcher Beschwerden Ihren Arzt auf.

 

  • Wenn Sie die Einnahme vergessen haben
    • Sollten Sie einmal zu wenig Tabletten eingenommen oder eine Einnahme einmal vergessen haben, holen Sie die versäumte Dosis nach, sobald Sie dies bemerken. Sollte die nächste Einnahme jedoch unmittelbar bevorstehen, holen Sie die versäumte Dosis nicht nach, sondern verbleiben Sie im festgelegten Rhythmus.
    • Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein.

 

  • Wenn Sie die Einnahme abbrechen
    • Für den Behandlungserfolg ist die regelmäßige Einnahme des Arzneimittels in der vorgeschriebenen Dosierung erforderlich. Bei Unterbrechung oder vorzeitiger Beendigung der Behandlung kann es daher zum Wiederauftreten von Krankheitsbeschwerden kommen, deren Art von der jeweiligen Grunderkrankung abhängig ist.
    • Keinesfalls sollte die vom Arzt festgelegte Behandlung ohne Rücksprache mit dem Arzt verändert oder beendet werden.

 

  • Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Patientenhinweise

  • Besondere Vorsicht bei der Einnahme des Arzneimittels ist erforderlich
    • Vor Beginn einer Therapie mit dem Präparat sollten folgende Erkrankungen ausgeschlossen oder behandelt werden:
      • Erkrankungen der Herzkranzgefäße (z. B. Angina pectoris),
      • Bluthochdruck,
      • Schwäche der Hirnanhangsdrüse oder der Nebennierenrinde,
      • und das Vorliegen von Bereichen in der Schilddrüse, die unkontrolliert Schilddrüsenhormon produzieren.
    • Bei Schwäche der Herzkranzgefäße, Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen mit beschleunigtem Herzschlag ist auch eine leichtere, durch L-Thyroxin bedingte Schilddrüsenüberfunktion unbedingt zu vermeiden.
    • Besondere Vorsicht bei der Anwendung ist notwendig:
      • bei älteren Patienten,
      • bei Patienten mit Symptomen der Herzschwäche (Myokardinsuffizienz) und mit EKG-Veränderungen, die auf eine Minderdurchblutung des Herzens (kardiale Ischämie) hinweisen,
      • sowie auch bei Patienten mit Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder einer Krankheit mit vermehrter Wasserausscheidung (Diabetes insipidus).
    • Bei einer durch eine Erkrankung der Hirnanhangdrüse verursachten Schilddrüsenunterfunktion (sekundäre Hypothyreose) ist zu klären, ob gleichzeitig eine Nebennierenrindenschwäche vorliegt. Diese müsste gegebenenfalls vor Einleitung einer Schilddrüsenhormontherapie mit Hydrocortison behandelt werden.
    • Patienten mit einer Funktionsstörung der Hirnanhangdrüse (Hypophyseninsuffizienz) oder anderen Ursachen, die zu einer Funktionsstörung der Nebenniere (Nebenniereninsuffizienz) führen, können ungünstig auf eine Behandlung mit L-Thyroxin reagieren. Daher ist es ratsam, zunächst eine Cortison-Behandlung durchzuführen, bevor L-Thyroxin angewendet wird.
    • Bei der Behandlung von Frauen nach den Wechseljahren, die an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden und ein erhöhtes Osteoporoserisiko aufweisen, sollte die Schilddrüsenfunktion häufiger kontrolliert werden, um erhöhte Blutspiegel von L-Thyroxin (Wirkstoff in diesem Arzneimittel) zu vermeiden.
  • Ältere Menschen (älter als 65 Jahre)
    • Bei älteren Patienten sind eine vorsichtige Dosierung und häufige ärztliche Kontrollen notwendig.

 

  • Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
    • Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Schwangerschaft

  • Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
  • Schwangerschaft
    • L-Thyroxin wurde von einer großen Anzahl schwangerer Frauen und Frauen im gebärfähigen Alter angewendet, ohne dass irgendwelche Störungen während der Schwangerschaft oder bei Kinderwunsch beobachtet wurden.
    • Eine durchgehende Behandlung mit Schilddrüsenhormonen ist während der Schwangerschaft und Stillzeit besonders wichtig und deshalb fortzusetzen. Eine Gefahr für das Ungeborene ist bisher trotz umfangreicher Anwendung während der Schwangerschaft nicht bekannt geworden.
    • Während einer Schwangerschaft kann bei Patientinnen mit Schilddrüsenunterfunktion der L-Thyroxin-Bedarf durch den erhöhten Blutspiegel an weiblichem Geschlechtshormon (Östrogen) steigen. Die Schilddrüsenfunktion sollte daher sowohl während als auch nach einer Schwangerschaft kontrolliert und die Schilddrüsenhormon-Dosis gegebenenfalls angepasst werden.
    • Jedoch darf das Präparat während der Schwangerschaft nicht gleichzeitig mit Arzneimitteln gegen Schilddrüsenüberfunktion (Thyreostatika) angewendet werden, da hierdurch eine höhere Dosierung der Thyreostatika erforderlich wird. Thyreostatika können (im Gegensatz zu L-Thyroxin) über die Plazenta in den kindlichen Kreislauf gelangen und sind in der Lage, beim Ungeborenen eine Schilddrüsenunterfunktion zu bewirken. Daher sollte die Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion während der Schwangerschaft ausschließlich mit niedrig dosierten, thyreostatisch wirksamen Arzneimitteln erfolgen.
    • Eine bestimmte Prüfung der Schilddrüsenfunktion (Schilddrüsensuppressionstest) sollte während einer Schwangerschaft nicht durchgeführt werden.
  • Stillzeit
    • L-Thyroxin geht in geringer Konzentration in die Muttermilch über. Diese könnte ausreichen, um die Überprüfung der Schilddrüsenfunktion bei Neugeborenen (neonatales Hypothyreose-Screening) zu stören. Die während der Stillzeit in die Muttermilch übergehende Menge an Schilddrüsenhormon ist selbst bei hoch dosierter L-Thyroxin-Behandlung sehr gering und daher unbedenklich.