Hörtraining: Kann man besser hören lernen?
Hörvermögen ist nicht gleichbedeutend mit der Lautstärke des Hörens: In der Realität ist der Prozess, der im Ohr und später im Gehirn stattfindet, weitaus komplexer. Daher besteht durchaus die Möglichkeit, das Hören gezielt zu optimieren. Dem sind aus biologischer Sicht aber Grenzen gesetzt, insbesondere im Hinblick auf das zunehmende Alter.
Hörtraining lässt sich leicht in den Alltag integrieren
Wir Menschen können eine ganze Reihe von Eigenschaften trainieren, darunter die des Hörens: Das funktioniert, indem wir immer wieder mit der Tätigkeit selbst in Kontakt kommen. Gespräche konzentriert zu verfolgen, Geräusche bewusst wahrzunehmen und zuzuordnen sowie akustische Informationen verarbeiten - all das schult das Hörvermögen und kann in einer Verbesserung des Hörverständnisses resultieren. Zumindest dann, wenn keine konkreten genetisch oder biologisch bedingten Ursachen vorliegen, die das Hörvermögen einschränken. Aber auch da gibt es mittlerweile dank komplexer Gentherapien signifikante Fortschritte hinsichtlich der Behandlung.
In den Alltag ist ein Hörtraining problemlos integrierbar, sogar ohne dass man sich diesen neu strukturieren müsste. Es genügt, das Hörvermögen gezielt anzusprechen, indem möglichst viele Unterhaltungen geführt und Geräusche wahrgenommen werden. Sogar alleine zuhause oder unterwegs lässt sich das Hörvermögen trainieren, beispielsweise mit Podcasts oder Hörbüchern - nur zu laut sollte man beides nicht hören, um lautstärkebedingten Hörschäden vorzubeugen. Bei solch einem Training werden nicht nur die Ohren angesprochen, auch das Gehirn spielt eine Schlüsselrolle. Selbiges ist es, das die aufgenommenen Töne und Signale, die akustischen Informationen, weiterverarbeiten und deuten muss.
Das geschieht fortlaufend, zum Beispiel bei:
- Sprache
- Klangmustern
- der Richtung der Geräusche
- Lautstärke
Dem Hörtraining sind Grenzen gesetzt
Ist bereits ein fortgeschrittener Hörverlust eingetreten, kann dieser selbst durch das beste Hörtraining nicht behoben werden. Das ist ähnlich wie bei den Augen: Zwar gibt es viele Übungen, um die Augen gezielt zu entspannen, was kurzfristig ein "besseres" Sehen ermöglicht, aber all diese Übungen ersetzen nicht die notwendige Brille, wenn eine Kurz- oder Weitsichtigkeit vorliegt. Selbiges gilt für einen Hörverlust: Manchmal führt kein Weg an einer professionellen Hilfe vorbei.
Dann können Betroffene sich ein Hörgerät bestellen, was das macht, was gesunde Ohren mit einem tadellosen Hörvermögen selbst können - es verstärkt die akustischen Signale. Moderne Hörgeräte lassen akustische Signale aber nicht einfach lauter, sondern ebenso klarer und definierter werden. Das funktioniert mit Technologien wie:
- intelligenten Geräuschfiltern
- automatischen Anpassungen an die Umgebung
- gesonderten Modi für Sprache und Gespräche
Smarte Hörgeräte haben zudem eine integrierte Schnittstelle, beispielsweise über Bluetooth, um noch eine Steuerung via App zu ermöglichen.
Ein gutes Hörvermögen geht Hand in Hand mit Lebensqualität
Ein Hörverlust ist vielseitig, sogar im Hinblick auf dessen Entstehung: Bei Männern tritt der Hörverlust eher schleichend auf, während er bei Frauen vermehrt periodisch kommt. Unabhängig davon resultiert ein Hörverlust automatisch in einer reduzierten Lebensqualität - bis er durch externe Hilfsmittel wieder so gut wie möglich ausgeglichen wird. Eine kurze Gewöhnungsphase ist unvermeidlich, vor allem wenn das Hörvermögen zuvor schon stark geschädigt war und plötzlich wieder viele Alltags- und Hintergrundgeräusche aktiv wahrgenommen werden.
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