Lieferengpass bei ANAFRANIL 75MG RETARD: Darum ist das Medikament nach wie vor knapp
Zuletzt wurde am 31.07.2025 vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine Änderungsmitteilung herausgegeben, die sich auf die Angaben zum Lieferengpass beim Präparat ANAFRANIL 75MG RETARD bezieht. Schon zuvor war bekannt gegeben worden, dass es bei der Lieferung des Medikaments Probleme gibt. Wieso es derzeit zu Einschränkungen kommt und wofür das Medikament gebraucht wird, erfahren Sie hier im Artikel.
Lieferengpässe bei Medikamenten stellen eine zunehmende Herausforderung für das Gesundheitswesen dar. Die Gründe für Engpässe sind dabei vielfältig und reichen von Problemen in der Herstellung bis hin zu regulatorischen Schwierigkeiten. Immer mehr Patienten müssen deshalb nun auf wichtige Medikamente verzichten oder auf alternative Behandlungen umsteigen. Das gilt aktuell auch für ANAFRANIL 75MG RETARD.
Produktionsprobleme bei ANAFRANIL 75MG RETARD
Aktuell ist die Benachrichtigung über den Lieferengpass des Medikaments von Esteve Pharmaceuticals GmbH für den Zeitraum vom 18.12.2024 bis zum 31.10.2025 in Kraft. Ob das Medikament eine besondere Relevanz für Krankenhäuser besitzt, ist derzeit nicht bekannt. Als Alternativpräparat für ANAFRANIL® 75 MG RETARD wird jedoch vom Bundesinstitut Anafranil 75 mg retard – Einreichungsnummer: 2129687 vorgeschlagen, was die Lage etwas entspannen könnte. Unzweifelhaft ist aber: Vom Kauf anderer Präparate ohne die Beratung von entsprechendem Fachpersonal wird dringend abgeraten.
Ob Qualitätsprobleme bei der Produktion bis hin zu Verpackungsproblemen: die Ursachen für die Lieferengpässe sind vielfältig. Für ANAFRANIL® 75 MG RETARD sind für die derzeitige Knappheit des Medikaments nach Angaben des BfArM Produktionsprobleme verantwortlich, wobei als Detail “Probleme in der Herstellung” angegeben wird. Weiterhin ergänzt das Bundesinstitut dazu: “Direktbezug beim Wirkstoffhersteller nicht möglich, daher musste über einen Händler bezogen werden, dessen Qualifizierung die Bereitstellung des Wirkstoffs verzögerte”.
ANAFRANIL 75MG RETARD: Die Details zum Arzneimittel
ANAFRANIL® 75 MG RETARD ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel und vor allem wegen seines Wirkstoffes Clomipraminhydrochlorid von Bedeutung.
Das Arzneimittel wird beispielsweise bei folgenden Diagnosen verschrieben:
- Halluzinationen, nicht näher bezeichnet
- Depressive Episode, nicht näher bezeichnet
- Nicht näher bezeichnete Harninkontinenz
- Phobische Störung, nicht näher bezeichnet
- Narkolepsie und Kataplexie
- Zwangsstörung, nicht näher bezeichnet
- Panikstörung [episodisch paroxysmale Angst]
Zum Medikament und seiner Anwendung kann entsprechend zusammengefasst werden:
- Das Präparat ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der so genannten trizyklischen Antidepressiva zur Behandlung von krankhafter Verstimmung (Depression) und Schmerzen.
- Anwendungsgebiete
- Es ist angezeigt
- zur Behandlung depressiver Erkrankungen,
- zur Behandlung von Zwangsstörungen, Phobien und Panikstörungen,
- zur langfristigen Schmerzbehandlung im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzeptes,
- bei Schlaflähmung,
- bei plötzlichem Verlust der Muskelspannung (Kataplexie),
- zur Behandlung von Halluzinationen bei zwanghaften Schlafanfällen während des Tages (hypnagoge Halluzinationen bei Narkolepsie).
- Es ist angezeigt
| Medikament | ANAFRANIL 75MG RETARD |
|---|---|
| Hersteller | Riemser Pharma GmbH |
| PZN | 07152782 |
| Wirkstoff | Clomipraminhydrochlorid |
| Gültigkeitszeitraum | 18.12.2024 bis 31.10.2025 |
| relevant im Krankenhaus | nein |
| Alternativpräparat | Anafranil 75 mg retard – Einreichungsnummer: 2129687 |
| Begründung für den Lieferengpass | Probleme in der Herstellung |
(Stand der Meldung: 31.07.2025)
Wann ist das Medikament wieder verfügbar?
Die Möglichkeit einer Verlängerung des Geltungszeitraums besteht im Fall ANAFRANIL 75MG RETARD aufgrund des anhaltenden Engpasses.
Aktuell sind die Apotheken besonders gefordert und müssen klug auf die vorhandenen Engpässe reagieren. Bei einigen Medikamenten ist es möglich, von der Standardpackungsgröße abzuweichen oder Alternativen auszugeben. Obwohl dies derzeit gut zu funktionieren scheint, stellt es auf Dauer jedoch keine ausreichende Lösung für die Probleme dar. Immer wieder gibt es Vorschläge, um die Lieferengpässe bei Arzneimitteln zu reduzieren. Nach Verabschiedung eines Gesetzes für Deutschland durch die Ampel-Regierung im Juli 2023 hat die Europäische Kommission im Oktober 2023 ein Dokument zur Bewältigung des Medikamentenmangels vorgelegt. Das formulierte Hauptziel ist die Verlagerung der Produktion zurück nach Europa.
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Text wurde auf der Basis von aktuellen Daten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erstellt.+++ +++
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