Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,
wenn Sie nach dem Verzehr von Fisch unter akutem Durchfall und gleichzeitigem Erbrechen leiden, ist Imodium leider nicht die erste Wahl. Das Mittel verlangsamt die Darmbewegung und kann den Durchfall zwar bremsen, bekämpft aber nicht die Ursache. Bei einer möglichen ...
Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,
wenn Sie nach dem Verzehr von Fisch unter akutem Durchfall und gleichzeitigem Erbrechen leiden, ist Imodium leider nicht die erste Wahl. Das Mittel verlangsamt die Darmbewegung und kann den Durchfall zwar bremsen, bekämpft aber nicht die Ursache. Bei einer möglichen Lebensmittelvergiftung kann das sogar ungünstig sein, weil Krankheitserreger oder deren Giftstoffe länger im Körper verbleiben.
Imodium eignet sich allenfalls dann, wenn ausschließlich wässriger Durchfall ohne Fieber, ohne Blut im Stuhl und ohne ausgeprägtes Krankheitsgefühl auftritt, etwa um eine kurze Situation wie eine Reise oder die Nacht zu überbrücken. Sobald jedoch Erbrechen im Vordergrund steht, bringt Imodium keinen Nutzen, da der enthaltene Wirkstoff nicht gegen Übelkeit wirkt.
Momentan hat die Flüssigkeitszufuhr oberste Priorität. Trinken Sie regelmäßig kleine Schlucke Wasser oder eine Elektrolytlösung, um einen Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen. Leichte Kost oder eine kurze Nahrungspause können sinnvoll sein, bis sich der Magen beruhigt hat. Falls verfügbar, kann ein spezielles Mittel gegen Übelkeit helfen. Sollte das Erbrechen länger als 24 Stunden anhalten, Fieber auftreten, Blut im Stuhl sichtbar sein oder sollten Sie sich sehr schwach und schwindelig fühlen, ist eine ärztliche Abklärung dringend ratsam.
Herzliche Grüße und alles Gute
Linda Künzig, Apothekerin