Lieferengpass bei CUSTODIOL: Wie lange wird die Knappheit anhalten?
Bereits im Jahr 2024 wurde vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet, dass es anhaltend auch beim Arzneimittel CUSTODIOL Lieferengpässe gibt. Wieso es zu Einschränkungen kommt und wofür das Medikament gebraucht wird, erfahren Sie hier im Artikel.
Lieferengpässe bei Medikamenten sind auch in Deutschland inzwischen ein zunehmend besorgniserregendes Problem. Immer mehr Patienten müssen auf wichtige Medikamente verzichten oder auf alternative Behandlungen umsteigen, da die benötigten Arzneimittel nicht verfügbar sind. Manche fehlen bereits seit einigen Monaten, andere können recht schnell wieder geliefert werden. Das gilt aktuell auch für CUSTODIOL.
Produktionsprobleme bei CUSTODIOL
Derzeit betrifft die Lieferengpassmeldung das Medikament von Dr. Franz Köhler Chemie Gesellschaft mit beschränkter Haftung und ist für den Zeitraum vom 18.09.2024 bis zum 17.09.2025 wirksam. Delikat ist das Lieferdefizit vor allem, weil das Medikament eine hohe Relevanz für Krankenhäuser hat. Als Alternativpräparat für CUSTODIOL wird jedoch vom Bundesinstitut Custodiol – Einreichungsnummer: 2143815 vorgeschlagen, was die Lage etwas entspannen könnte. Zu beachten ist hier in jedem Fall: Die Suche nach Alternativen im Ausland sollte unbedingt vermieden werden.
Lieferengpässe bei Medikamenten können durch verschiedene Faktoren entstehen. Eine wichtige Ursache sind die Produktion und Verfügbarkeit von Rohstoffen, aus denen die Arzneimittel hergestellt werden. Wenn es hier Defizite gibt, kann es zu einer Unterbrechung in der Lieferkette kommen. Für CUSTODIOL sind für die derzeitige Knappheit des Medikaments nach Angaben des BfArM Produktionsprobleme verantwortlich, wobei als Detail “Probleme in der Herstellung” angegeben wird. Außerdem ergänzt das Bundesinstitut dazu: “Identifizierte Stabilitätsprobleme innerhalb der Laufzeit bei Custodiol Flaschen (500 ml, 1000 ml)”.
CUSTODIOL: Die Details zum Medikament
CUSTODIOL ist ein zugelassenes Medikament und vor allem wegen seiner Wirkstoffe Calciumchlorid-Dihydrat, Histidin, Histidinhydrochlorid-Monohydrat, Kalium-hydrogen-2-oxopentandioat, Kaliumchlorid, Magnesiumchlorid-Hexahydrat, Mannitol (Ph.Eur.), Natriumchlorid und Tryptophan von Bedeutung.
| Medikament | CUSTODIOL |
|---|---|
| Hersteller | Dr. Franz Köhler Chemie Gesellschaft mit beschränkter Haftung |
| PZN | 07577688 |
| Wirkstoffe | Calciumchlorid-Dihydrat, Histidin, Histidinhydrochlorid-Monohydrat, Kalium-hydrogen-2-oxopentandioat, Kaliumchlorid, Magnesiumchlorid-Hexahydrat, Mannitol (Ph.Eur.), Natriumchlorid und Tryptophan |
| Gültigkeitszeitraum | 18.09.2024 bis 17.09.2025 |
| relevant im Krankenhaus | ja |
| Alternativpräparat | Custodiol – Einreichungsnummer: 2143815 |
| Begründung für den Lieferengpass | Probleme in der Herstellung |
(Stand der Meldung: 17.09.2024)
Wann ist das Medikament wieder lieferbar?
Die Möglichkeit einer Verlängerung des Geltungszeitraums besteht im Fall CUSTODIOL aufgrund des anhaltenden Engpasses.
Derzeit sind die Apotheken stark gefordert und müssen clever auf die vorhandenen Engpässe reagieren. In bestimmten Fällen können sie beispielsweise von der vorgegebenen Packungsgröße abweichen oder Alternativen bereitstellen. Obwohl dies derzeit gut funktioniert, ist das jedoch langfristig keine Lösung. Es wird bereits seit geraumer Zeit versucht, die Lieferengpässe von Medikamenten zu bewältigen. Das im Juli 2023 in Kraft getretene “Gesetz zur Bekämpfung von Lieferengpässen bei Arzneimitteln und zur Verbesserung der Versorgung” hat das Ziel, das Problem der Lieferengpässe einzudämmen. Laut der offiziellen Website des Bundesgesundheitsministeriums zielt es darauf ab, die Produktion von Medikamenten vermehrt in Europa anzusiedeln, um die Herausforderung der Lieferengpässe anzugehen und die Vielfalt der Anbieter zu erhöhen.
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Text wurde auf der Basis von aktuellen Daten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erstellt.+++ +++
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